
„Ich war wütend auf die ganze Welt“
"Ich war wütend auf die ganze Welt" - so lautet der deutsche Titel des Buches von Patrik Banga, das der tschechische Autor am 09.06.2026 um 18:30 Uhr im Beatrice-Strauss-Zentrum (BSZ), Marktstraße 2 in Düsseldorf vorstellt.
Darin beschreibt er seine Realität als Rom in Tschechien. Aspekte der Situation von Roma in Tschechien und Deutschland erörtern in der anschließenden Diskussion sein deutscher Verleger Ruben Höppner und Sami Dzemailovski, der Vorsitzende des Kooperationspartners Internationaler Kultur- und Sportverein der Roma Carmen e.V. Initiatoren dieser Veranstaltung sind das Institut für Osteuropäische Geschichte der HeinrichHeine-Universität Düsseldorf (HHU) und das tschechische Generalkonsulat in Düsseldorf. Finanziell unterstützt wird der Abend vom Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds. Die Veranstaltung findet im Rahmen des Gastlandauftritts Tschechiens auf der Frankfurter Buchmesse sowie des Programms der Bürgeruniversität der HHU statt.

Kulturkontakt auf Augenhöhe: Rendezvous um halb 8 – Oper meets Balkan Brass
Der Dialog und das Zusammenspiel der Blasmusik von Roma aus Nordmazedonien und der klassischen Lieder, gesungen von Sängerinnen und Sängern der Deutschen Oper am Rhein machten das „Rendezvous um halb 8 – Oper meets Balkan Brass“ am 22. Mai 2026 zu einem begeisternden, unvergesslichen Abend. Die lebensvollen Rhythmen der Avangard Brass Band, geleitet von Kamber Kanturski, trafen auf ungarische Kunstlieder, sehnsüchtige Operettengrüße und seelenvolle Opernarien – gesungen von Sylvia Hamvasi, Maria Polańska, David Fischer und Žilvinas Miškinis in Begleitung von Dan Ratiu am Klavier. Das Konzert stand im Zeichen einer musikalischen Reise und lauschte den gemeinsamen Wurzeln in der Musik nach.
„Wir wollen das Bewusstsein schaffen, dass die Kultur der Roma Teil der europäischen Kultur ist, deren schöpferische Kraft aus der Anerkennung und Verschmelzung unterschiedlichster Einflüsse liegt,“ betonte Sami Dzemailovski, der Vorsitzende des Internationalen Kultur- Sportvereins der Roma Carmen e.V. (re.) im Gespräch mit der Dramaturgin Heili Schwarz-Schütte (Mi.) Einen besonderen Akzent setzte die Deutsche Oper am Rhein mit der Bar-Atmosphäre, in der ein Barmann im Hintergrund (li.) einen Ruhepol setzte und die Musiker*innen in ihren Pausen mit Getränken versorgte. Neena Hartmann, Geschäftsführerin des Hauses der Kulturen Düsseldorfs e.V. und Mitinitiatorin, befand: „Dieses Konzert war ein hinreißender Auftakt für die Repräsentanz der Kulturen unserer Mitgliedsvereine in der Oper.“ Eine Besucherin merkte an: „Dieses Rendezvous hat mir das Gefühl gegeben, in der Oper zu Hause zu sein.“

Bildung der Kinder als gesetzliche und religiöse Verpflichtung
Die Verantwortung der Eltern für die Bildung der Kinder ist gesetzliche und religiöse Verpflichtung zugleich – diese Botschaft vermitteln der internationale Kultur- und Sportverein der Roma Carmen e.V. und der Bildungs- und Kulturverein der Roma e.V. (K.B.R. e.V.)
im Rahmen eines Workshops am 06.03.2026. Er findet im Rahmen des Ramadans am Freitag von 16:00 Uhr bis 20:00 Uhr im Gebetsraum des K.B.R. e.V., Niermannsweg 1, 40699 Erkrath statt. Nach der Vorstellung rechtlicher Grundlagen für das Recht aller Kinder auf Bildung werden entsprechende Suren des Korans zitiert und interpretiert. Darüber hinaus erläutert Sami Dzemailovski, Vorsitzender von Carmen e.V.: „Bildung ist für alle Menschen die wichtigste Ressource, um individuelle Chancen zu nutzen und gesellschaftlichen Herausforderungen zu gestalten. “ Imer Ajdini, Imam des K.B.R. e.V. ergänzt: „Für uns Muslime ist Bildung ein Mittel zur Förderung sozialer Gerechtigkeit, wirtschaftlichen Wohlstands und friedlichen Zusammenlebens und wird im Koran an vielen Stellen gefordert.“ Nach dem gemeinsamen Fastenbrechen im Verlauf des Workshops diskutieren die Teilnehmer über die Frage, wie sie als Väter ihrer Verantwortung für die Bildung ihrer Kinder gerecht werden können. P.R.

Nachruf auf Prof. Dr. Rita Süssmuth
Mit Bestürzung haben wir, der Vorstand und Mitglieder des Internationalen Kultur- und Sportvereins Carmen e.V., Düsseldorf die Nachricht vom Tod von Prof. Dr. Rita Süssmuth zur Kenntnis genommen. Frau Dr. Süssmuth war viele Jahre lang eine aktive Unterstützerin der Arbeit unseres Vereins.
Mit ihrer Präsenz bei vielen unserer Veranstaltungen demonstrierte sie politisches Verständnis und aktive Solidarität für das Bestreben von Carmen e.V., die gesellschaftliche und politische weiterzuentwickeln. Ebenso forderte sie in ihrer politischen Arbeit die Gleichberechtigung aller Roma ein, wobei sie ein besonderes Augenmerk auf die Rechte der Frauen richtete. Antiziganistischen Phänomenen stellte sie immer das Verdikt der Achtung der Würde jedes Menschen entgegen. Wir trauern um eine politische Weggefährtin und werden die Erinnerung an sie und ihre Unterstützung unserer Arbeit in Ehren halten.

Das Lebensgefühl von Roma in Versen
Die Grausamkeit der Welt gegenüber Roma, die Liebe zur Musik, hier dem Flamenco, und die unbeschwerte Vertrautheit der Gemeinschaft der Roma in der Mahalla, dem eigenen Stadtteil – diese Motive prägten den poetischen Abend mit Safet Kamber am 03.01.2026 in Düsseldorf. Safed Kamber, Sami Dzemailovski Vorsitzender von Carmen e.V. Mit einer Lesung aus seinem Poesie-Band „Stimme der Seele“ startete der Internationale Kultur- und Sportverein der Roma Carmen e.V. die neue Reihe „Kultur im Projektbüro“. Safet Kamber ist ein in Skopje geborener Literat und Poet. Seine auf Mazedonisch und Romanes verfassten Erzählungen, Gedichte und Lieder sind auf dem Balkan weithin bekannt. Sie beschreiben die Lebenserfahrungen von Roma, ihre Hoffnungen und Sehnsüchte und was ihr Leben in einer oft feindlichen Umwelt doch lebenswert macht. Die von ihm auf Mazedonisch vorgetragenen Gedichte las der in Duisburg lebende Schauspieler Sami Osman auf Romanes. Sami Dzemailovski übertrug sie ins Deutsche. „Wir wollen, dass unsere Literatur auch Teil der deutschen Kultur wird,“ begründete Dzemailovski das Engagement des Vereins und kündigte an, zukünftig auch auf der Website von Carmen e.V. regelmäßig kulturelle Beiträge zu veröffentlichen.

Ausstellung „Samudaripe - Roma erinnern“ in der Hochschule Düsseldorf
Mit der Ausstellung „Samudaripe - Roma erinnern“ möchte der Internationale Kultur- und Sportverein der Roma Carmen e.V. an NS-Verbrechen an Roma auf dem Balkan während der Besetzung durch die deutsche Wehrmacht von 1941 bis 1945 in den Fokus der Öffentlichkeit rücken. In Zusammenarbeit mit der Hochschule Düsseldorf ist die Ausstellung bis zum 06.02.2026 in deren Bibliothek zu sehen. Bei der Eröffnung am 27.01.2026, dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, erinnerte Gönül Eglence, Abgeordnete des Landtages von Nordrhein-Westfalen, daran, dass in einer Einwanderungsgesellschaft Erinnerungskultur auch bedeuten muss, den Blick neben dem Völkermord unter den Nationalsozialisten auch an die vielen weiteren Menschheitsverbrechen vor- und nachher zu richten. Carmen e.V. zeigt seine Ausstellung in der Hochschule Düsseldorf, am Ort der Gedenkstätte „Alter Schlachthof“. Von hier aus wurden jüdische Bürgerinnen und Bürger des Bezirks Düsseldorfs deportiert und ermordet. Prof. Dr. Susanne Spindler von der Hochschule Düsseldorf würdigte, dass durch die Ausstellung beider Opfergruppen gemeinsam an einem Ort gedacht werde könne.

Courage-Tages am Berufskolleg Neandertal – Carmen e.V. als Partner
Im Rahmen des Courage-Tages am Berufskolleg Neandertal in Mettmann am 28.01.2026 führte der Internationale Kultur- und Sportverein der Roma Carmen e.V. mit 20 Schülerinnen und Schülern einen Workshop „Schutz der Menschenwürde und Demokratie“ durch. Ausgehend von persönlichen Erfahrungen und Kenntnissen von Diskriminierungen Dritter diskutierten die Teilnehmenden Ursachen, Verantwortungen und Möglichkeiten zur Überwindung. Danach sind es über in der Gesellschaft verbreitete rassistische Klischeevorstellungen und Vorurteile über einzelne Menschengruppen hinaus oft politisch motivierte Zuschreibungen, mit dem Ziel, gesellschaftliche Teilhabe einzuschränken. Ein Schüler brachte es auf den Punkt: „Das widerspricht unserem Grundgesetz, wonach die Würde des Menschen unantastbar ist.“ Andere bezeichneten solche Zuschreibungen als zutiefst undemokratisch, forderten Solidarität und öffentliche Auseinandersetzung mit Diskriminierungsphänomenen. Aber auch jeder und jede Einzelne sollte unreflektierte diskriminierende Aussagen über oder zu anderen Menschen vermeiden. „Nennen wir andere Menschen doch einfach bei ihren Namen,“ war der abschließende Ratschlag einer Schülerin.

Geschichte und Kultur der Roma – ein Abend in Greven
Über 100 Gäste waren der Einladung des Internationalen Kultur- und Sportvereins der Roma Carmen e.V. zu einem Abend zur Geschichte und Kultur der Roma am 3.12.2025 im Kulturzentrum der Stadt Greven gefolgt. Das Theaterstück „Du bist nicht vergessen“/„NAJSEN BISTARDE“, aufgeführt vom Amateurtheater „KALI SARA“ aus Zagreb, griff die Geschichte der Verfolgung von Roma in Europa während der Herrschaft des „Dritten Reiches“ auf. An zwei Schicksalen zeichnete es Bilder des Überlebens und des Mutes zu Menschlichkeit. Ceija Stojka, eine Romni aus der Steiermark, überlebte als zwölfjähriges Mädchen das KZ Auschwítz. Hajrija Mihaljic, ebenfalls eine Romni, hatte in Pristina im Herbst 1942 ein jüdisches Mädchen vor den Schergen der SS bis zum Ende des Krieges verborgen. Dafür wurde sie von der Gedenkstätte Jad Vaschem in Jerusalem als eine der „Gerechten der Völker“ geehrt.
Der Dokumentarfilm „Snovi Jedno Roma“ / „Träume eines Roma“ von Edib Ahmetašević skizzierte, wie sich Roma ein von Diskriminierung und Antiziganismus freies Zusammenleben in der Gesellschaft vorstellen. Der Protagonist des Films, Vjelko Kajtazi, Abgeordneter des Kroatischen Parlaments und Minister für die Minderheiten des Landes, dankte dem anwesenden stellvertretenden Bürgermeister Stevens Gomes dafür, dass die Stadt Greven großes Interesse an Geschichte der Roma zeigt. Stevens würdigte das Engagement des Theaters und Kajtazis und sicherte David Berisa, dem örtlichen Vertreter von Carmen e.V., und der Roma-Community in Greven weitere Zusammenarbeit und Unterstützung zu.

Die Community würdigt Jahresbilanz von Carmen e.V.
Zu dritten Mal veranstaltete der Internationale Kultur- und Sportverein der Roma Carmen e.V. zum Jahresabschluss am 25.12.2025 im Schützenhaus des St. Seb. Schützenverein DüsseldorfEller e.V. einen Community-Abend. Sami Dzemailovski, der Vorsitzende des Vereins begrüßte die mehr als 250 interessierten Gäste, darunter auch viele Kinder, und stellte die Jahresbilanz der Vereins- und Projektarbeit vor.
Neben der Woche der Roma-Kultur wies er vor allem auf die Info - Kampagne zur Mobilisierung der Roma-Community zur Teilnahme an den Kommunal- und Integrationsratswahlen in NRW im September hin. „Nie zuvor haben sich so viele Roma für die Wahlen interessiert und sich beteiligt,“ stellte Dzemailovski fest und hob hervor: „Auch auf dem Land gelingt die Mobilisierung.“ So wurde in Greven, Kreis Steinfurt, erstmals ein Rom, David Berisa, Mitarbeiter von Carmen e.V., in den Integrationsrat gewählt. Ihm war es auch gelungen, die in Bönen, Kreis Unna ansässige, aus Rumänien stammende Roma-Community an die Wahlurne zu bringen. Berisa stellte fest:“ Unser Projektname „Roma gestalten mit“ ist nicht nur eine Überschrift, sondern unser Programm!“ Ihre Animation der Kinder verbanden Super-Mario und Luigi ebenfalls mit einer auch politischen Botschaft. “Respekt und Toleranz machen das Leben schöner,“ mahnten sie. Mit der musikalischen Begleitung durch Emran Karimani und seine Band wurde der Abend zu einem rauschenden Fest für alle Beteiligten, das auch Mut machte für das bevorstehende neue Jahr und in Aufbruchstimmung endete.

Lehren aus der Kommunalwahl in NRW– Visionen für die Zukunft
Strategisches Denken, Planen und Handeln für mehr politische Mitsprache – dieser Dreiklang soll die weitere Arbeit des Internationalen Kultur- und Sportvereins der Roma Carmen e.V. charakterisieren. Mit diesem Ergebnis des Workshops am 20.12.2025 im Projektbüro des Vereins in Düsseldorf rücken der Vorstand, Aktivisten und Projektleitung schon jetzt die Kommunalwahl 2030 in ihr Blickfeld. Dass ein Rom bei der diesjährigen Wahl in Greven ein Mandat im Integrationsrat erringen konnte, ist ein großer Erfolg. Darauf will der Verein aufbauen und das politische und gesellschaftliche Engagement der Roma-Community systematisch weiterentwickeln. „Das Ziel muss sein, dass Roma als Kandidaten für kommunale Mandate auch von der Mehrheitsgesellschaft gewählt werden,“ erklärte Sami Dzemailovski, der Vorsitzende des Vereins.
Dem stimmten die zwei Vertreter der rumänischen Roma-Community in Bönen, Kreis Unna, die in diesem Jahr erstmals den Gemeinderat mitgewählt hatten, zu. Auch das wurde als Ergebnis der Projektarbeit und als Zeichen der Weiterentwicklung politischer Teilhabe bewertet.

Die Geschichte der Roma im Naturfreundehaus Gerresheim
„Himmel – Rad- Erde“ – diesen dokumentarischen Film eines nordmazedonischen Filmstudios zur Geschichte der Roma präsentierte der Internationale Kultur- und Sportverein der Roma Carmen e.V. Mitgliedern des Naturfreunde e.V. Düsseldorf am 7.11.2025 im Naturfreundehaus Gerresheim Darin berichten Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Community der Roma und Sinti aus Nordmazedonien, Serbien, Kroatien, Bulgarien und Deutschland über Forschungsergebnisse zu Herkunft, Wanderung und Kultur ihres Volkes. Der Film ist mit historischen Bildern, Filmund Tonaufnahmen illustriert und mit deutschen Untertiteln unterlegt. „Ein Film, der Roma fern von Klischeevorstellungen als friedliche, lebensfreudige und arbeitsame Menschen zeigt,“ stellten die Zuschauerinnen und Zuschauer fest. In der anschließenden Diskussion wurden nach wie vor gängige antiziganistische Phänomene hinterfragt und das Eintreten für die Menschenwürde, Gleichberechtigung und Demokratie als Gemeinsamkeit der Vereine Naturfreunde e.V. und Carmen e.V. unterstrichen. Matthias Möller, Vorsitzender der Naturfreunde Düsseldorf, dankte Peter Rummel, Projektleiter bei Carmen e.V., für die Vorstellung und lud den Verein zu weiterer Zusammenarbeit ein.

Landesverband Deutscher Sinti und Roma NRW und Carmen e.V. – enge Partner
Am 10.11.2025 tauschten sich der Landesverband Deutscher Sinti und Roma NRW und der Internationale Kultur- und Sportverein der Roma Carmen e.V. über eine Vertiefung der Zusammenarbeit aus. Neue Grundlagen dafür sind neben der jahrzehntelangen informellen Zusammenarbeit die in 2024 geschlossene Kooperationsvereinbarung und der Beitritt von Carmen e.V. zur Rahmenvereinbarung zwischen der Landesregierung Nordrhein-Westfalen und dem Verband deutscher Sinti und Roma e.V. Landesverband Nordrhein-Westfalen, der am 8.9.2025 öffentlich bekannt gemacht wurde. Im Mittelpunkt stand der Dialog über aktuelle Herausforderungen und zukunftsorientierte Perspektiven im Rahmen gemeinsamer Absprachen und Aktivitäten sowie dm herausarbeiten von Synergien. Beide Vereine sind seit Jahrzehnten in NRW etabliert und stehen für eine gelebte Zusammenarbeit zwischen autochthonen Sinti und Roma und allochthonen Roma, die starke Zeichen des Zusammenhalts, Respekts und gegenseitiger Unterstützung in die Gesellschaft sendet.

Workshop Nachlese Integrationsratswahl NRW
Eine Bilanz der Integrationsratswahlen in NRW im September zogen neun Aktivisten des Internationalen Kultur- und Sportvereins der Roma Carmen e.V. am 25.10.2025 und tauschten sich über zukünftige politische Teilhabe aus. Amet Zekirovski, Mitarbeiter des Vereins, hatte den Workshop im Projektbüro organisiert. Zunächst würdigten sie, dass sich erstmals zehn Roma in NRW um Mandate in Integrationsräten beworben hatten. David Berisa, ebenfalls Mitarbeiter des Vereins, war es in Greven gelungen, ein Mandat zu erringen. Zwar hatte man mehr erwartet. Gleichwohl waren sich die Aktivisten einig: „Unsere Kampagne zur Mobilisierung der RomaCommunity in Düsseldorf, Greven, Bönen, Mülheim, Velbert und Wuppertal sowie über die Sozialen Medien in ganz NRW bewirkte eine sehr viel höhere Wahlbeteiligung von Roma als je zuvor.“ Weiter konstatierten sie: „Der Wille zu lokalpolitischer Teilhabe wächst!“ Das machten sie an zunehmenden Nachfragen fest, wie man mit Politikerinnen und Politikern in regelmäßige Gespräche kommen könne, um zu verfolgen, ob und wie die eigenen Anliegen tatsächlich in der Lokalpolitik berücksichtigt würden. Orfej Alievski, der Stellvertretende Vorsitzende, kündigte an, dass der Verein an der Tradition der politischen Brunchs festhalten wolle und weiterhin regelmäßig Gespräche zwischen der Roma-Community und der Politik initiieren werde.

Parallelen zwischen von Vergangenheit und Gegenwart – Menschenwürde in Gefahr Begegnungstag mit Jugendlichen
„Wir müssen die Würde jedes Menschen achten.“ Das war das Fazit der Begegnung der jungen Teilnehmenden des Jugendberufshilfekurses der Gemeinnützigen Genossenschaft der Jugendhilfe Düsseldorf, kohl eG, mit dem Internationalen Kultur- und Sportverein der Roma Carmen e.V. am 2.10.2025. Die Begegnung war Teil des Projekts „Jump out of the box: Vielfalt statt Diskriminierung und Ausgrenzung“ der kohl eG. Treffpunkt war das Ehra-Denkmal am Alten Hafen in Düsseldorf, das an die Deportation und Ermordung Düsseldorfer Sinti während des „3. Reiches“ erinnert und damit die extremste und unmenschlichste Form von Diskriminierung und Ausgrenzung belegt. Sami Dzemailovski, der Vorsitzende von Carmen e.V., wies darauf hin, dass auch in Ost- und Südosteuropa 100.000de Roma durch die Wehrmacht, Polizeieinheiten und kollaborierende Kräfte ermordet wurden. „Fast jede Familie der zugewanderten Roma aus dem ehemaligen Jugoslawien und Rumänien beklagt Opfer unter ihren Vorfahren,“ erläuterte er. Vladimir Andrienko, Mitarbeiter der Kohl eG ergänzte: „Wir müssen den Anfängen von Diskriminierung wehren!“ und warnte vor politischen Kräften, für die Ausgrenzung von Personen und Menschengruppen Programm und deren Grundrechte nur Makulatur sind. Mit Blick auf den Krieg in Gaza merkten Teilnehmende an, dass auch dort die Menschenwürde in großem Ausmaß verletzt würde. Sie stimmten jedoch zu, dass man deren Ahndung Gerichten überlassen müsse.

Roma in NRW auch auf dem Land politisch präsent
„Geschafft!“ So kommentierte Davit Berisa, Mitglied des Internationalen Kultur- und Sportvereins der Roma Carmen e.V. seine Wahl in den Integrationsrat in Greven/Kreis Steinfurt. „Greven ist für viele Zugewanderte Heimat geworden. Ich will dazu beitragen, dass ihre Stimmen nicht nur gehört werden, sondern dass sie sich aktiv in die kommunale Politik einbringen,“ erläuterte Berisa. Dabei wies er auch auf die erfolgreiche Mobilisierung von rumänischen Roma in Bönen, Kreis Unna für die Kommunalwahl hin.“ Dort ist es uns beispielhaft gelungen, sie zur Beschäftigung mit der Lokalpolitik und zur Teilnahme an der Kommunalwahl zu mobilisieren,“ ergänzte er. Zum ersten Mal wähle ich einen Bürgermeister n Deutschland,“ freute sich Sorin Dumitrache (rechts im Bild), einer der Erstwähler der Roma-Community. „Ich hoffe, dass wir jetzt auch in das Gespräch mit der lokalen Politik kommen, damit wir gemeinsam Lösungen für unsere Anliegen finden und das Zusammenleben aller Menschen in Bönen verbessern,“ erläuterte er und erwähnte, dass wie im Vorjahr der der Chor seiner christlichen Gemeinde bei der Eröffnung der Interkulturellen Woche am 22.9.2025 im Förderturm in Bönen auftritt.

Integrationsratswahl in Wuppertal – Politische Teilhabe für ausländische Einwohnerinnen und Einwohner
"Politik in Wuppertal wird auch in den nächsten fünf Jahren gestaltet – die Frage ist nur: mit oder ohne uns?“ Das war das Leitmotiv der fast fünfzig Teilnehmenden aus 15 Ländern der Informationsveranstaltung zur Integrationsratswahl am 7.9.2025 im Ost/West Integrationszentrum e.V. in Wuppertal. Die einhellige Antwort war: „Natürlich wollen wir mitreden, denn ohne uns werden unsere spezifischen Interessen und Problemlagen nicht Thema von Politik.“ Gemeinsam hatten der Internationale Kultur- und Sportverein der Roma, die Kookaburra gGmbH, Dunua (Welt) e.V. und das Integrationszentrum die ausländische Community Wuppertals eingeladen. „Wir bilden bald die Hälfte der Einwohnerschaft Wuppertals. Deshalb brauchen kommunalpolitische Entscheidungen ihre Legitimation durch unsere Teilhabe!“, forderten die Teilnehmenden. Sie waren sich auch einig, dass demokratisches Engagement und solidarisches Verhalten zentrale Instrumente zur Abwehr fremdenfeindlicher Einstellungen und Diskriminierungen notwendig seien. Der in Wuppertal lebende Mister Kibbs begleitete Veranstaltung mit bekannten Popsongs, während Dunua e.V. für das leibliche Wohl sorgte.

Integrationsratswahlen am 14.9.2025 in Greven – Gemeinsam nach vorne!
„Gemeinsam nach vorne!“ Unter diesem Leitwort stand das öffentliche kommunalpolitische Frühstück, zu dem Davit Berisa, Kandidat für den Integrationsrat in Greven und Mitglied des Internationalen Kultur- und Sportvereins der Roma Carmen e.V. am 23.09.2025 in das Café Middelberg geladen hatte. Fast 40 Teilnehmende diskutierten über Sinn und Zweck einer kommunalpolitischen Beteiligung auch der ausländischen Einwohnerinnen und Einwohner. Ermutigt wurden sie dabei vom amtierenden Bürgermeister Dietrich Aden (CDU) und Dr. Christian Kriegeskotte (SPD), die kurzzeitig teilnahmen. „Sie gehören zur Stadtgesellschaft, und Ihre Beteiligung an kommunalpolitischen Entscheidungen fördert den Zusammenhalt in unserer Stadt,“ betonten beide unisono. Davit Berisa, der seit 1991 in Greven lebt, ergänzte: „Mit der Teilnahme an der Wahl wollen wir auch dazu beitragen, die Demokratie in unserem Land zu stärken.“

Integrationsratswahlen NRW - Roma beschließen gemeinsame Strategie
Wir Roma brauchen politische Vertretung in den Kommunen in Nordrhein-Westfalen!“, so das einhellige Votum der sechs parteiunabhängigen Kandidaten aus der allochthonen Roma Community für Mandate als Integrationsräte in der Landeshauptstadt Düsseldorf, in Wuppertal, in Mülheim an der Ruhr und in Greven, Kreis Steinfurt. Zur Absprache einer gemeinsamen Strategie für den Wahlkampf trafen sie sich am 15.8.2025 im Projektbüro des Internationalen Kultur- und Sportvereins der Roma Carmen e.V. in Düsseldorf. Als zentrale Bausteine der gemeinsamen Strategie formulierten sie: Information und Mobilisierung der Roma-Community, Beschreibung der eigenen Anliegen als solche der lokalen Gesellschaft, Aufbau von Solidaritäten und Herstellen von Öffentlichkeit. „Mit vielen unserer Anliegen, Davit Berisa Einzelbewerber in Greven Ajsa Azemovic Einzelbewerberin in Mülheim an der Ruhr Miman Jasarovski Liste "Stark und Bunt - Gemeinsam für Wuppertal wie z. B. mehr politische Mitsprache auf lokaler Ebene, treffen wir auch die Interessen anderer Zuwanderergruppen,“ betonten sie unisono. So ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie auch andere Wählergruppen für sich gewinnen.

POLIT-SOFA KOMMUNAL – Migrantenorganisationen in politischer Verantwortung
Der Wille für eine stärkere Berücksichtigung von Anliegen der Bürgerinnen und Bürger, der Einwohnerinnen und Einwohner in der Stadtpolitik war den Gästen des POLIT SOFAS am 21.7.2025 im KinTop e.V. in Düsseldorf erkennbar. Darin waren sich der derzeitigen Oberbürgermeister und erneut Kandidierende Dr. Stephan Keller (CDU) und seine Konkurrenten Fabian Zachel (SPD) und Ulf Montanus (FDP) sowie der Stadtrat Sami Chariari, der die OB-Kandidatin Clara Gerlach, (Die Grünen) vertrat, einig. Kontrovers diskutiert wurden vor den über 70 Teilnehmenden aber nur Nuancen, während Dr. Keller zahlreiche positive Entwicklung-, Planungs- und Umsetzungsprozesse beschrieb, die die Vielfalt der Stadtgesellschaft sichtbarer machten. Er verwies aber auch auf die geringe Wahlbeteiligung von 52,6, % bei der Kommunalwahl 2020. Das zeigt, dass die demokratischen Potenziale auch der Menschen mit internationaler Familiengeschichte bei Weitem nicht aus geschöpft sind. Ob und wie die Lokalpolitik diese Potenziale aktivieren will, wurde nur mit wenigen Äußerungen angesprochen. Umso mehr sehen die Organisatoren KinTop e.V. und Carmen e.V. sich und alle anderen Migrantenorganisationen selbst in der Verantwortung, die lokalpolitische Teilhabe ihrer Zielgruppen zu fördern. Ein wichtiger, allseits begrüßter Schritt dazu ist die Aufstellung einer RomaListe für den Integrationsrat, die sich explizit für die kommunalpolitische Vertretung gemeinsamer Anliegen aller Zugewanderten und deren Nachkommen einsetzen will.

Integrationsrat Düsseldorf – Roma-Liste stellt sich zur Wahl
Mit der Bestätigung durch den Wahlausschuss steht erstmals eine Roma-Liste zur Wahl in den Integrationsrat der Landeshauptstadt Düsseldorf. „Wir wollen unsere Stadt als Bürger und Bürgerinnen, als Einwohner und Einwohnerinnen mitgestalten. Dabei haben wir nicht nur das Wohl der Roma-Community, sondern der gesamten Stadtgesellschaft im Blick,“ erläuterte Sami Dzemailovski, der die Liste anführt. „Uns kommt es u.a. darauf an, das Verhältnis von Zugewanderten und kommunalen Verwaltungen weiter zu verbessern,“ ergänzte Amet Zekirovski. Den Schlusspunkt setzte Orfej Alievski als drittes Mitglied der Liste: „Es geht uns um eine gleichberechtigte, diskriminierungsfreie Teilhabe aller Menschen, unabhängig von Herkunft und ethnischer Zugehörigkeit“. Die Integrationsratswahl in Düsseldorf sowie in fast allen Kommunen in NRW wird zeitgleich mit den Kommunalwahlen am 14. September 2025 durchgeführt.

Carmen e.V. als Brückenbauer
Im Rahmen eines Sportfestes für Kinder von Roma-Familien vor ihrem Wohnquartier in Gladbeck am 27.6.2025 hatte das Kommunale Integrationszentrum den Internationalen Kulturund Sportverein der Roma Carmen e.V. beauftragt, den Dialog zwischen Stadtverwaltung und der Roma-Community zu fördern. Ramiza und David Berisa, Mitarbeiter des Vereins am Standort Greven übernahmen diese Aufgabe. „Wir als Roma wissen, welche mentalen Hürden es für Roma gibt, sich mit ihren Anliegen Dritten anzuvertrauen,“ erläuterte Berisa. Für die teilnehmenden Roma war es eine angenehme Überraschung, dass sie in ihrer Sprache Romanes angesprochen wurden. „Endlich können wir unsere Anliegen und Probleme auf Augenhöhe schildern,“ betonten sie. So erwies sich das Sportfest als Anlass für den Austausch mit der Stadtverwaltung als großer Erfolg. „Eine solche Offenheit der Roma gegenüber uns haben wir bisher nicht erlebt,“ stellte Albert Rodon Provencio, Mitarbeiter im Projekt NetVest fest. Dazu trugen auch das gute Wetter und die vielen Sportangebote bei, die die zahlreichen Kinder intensiv nutzten. Nach dieser erfolgreichen ersten Begegnung plant Carmen e.V., dem Kreis Recklinghausen und der Stadt Gladbeck ein Konzept vorzulegen, um die Situation der Roma in diesem Quartier weiterzuentwickeln und den Aufbau stabiler Beziehungen zum Umfeld und zur Gemeinde zu fördern.

Roma im Stadtrat - Vision oder Chance?
„In Düsseldorf hätte ein Kandidat der Roma-Community die Chance, ein Stadtratsmandat zu erringen!“ Damit stärkte Sigrid Lehmann, Stadträtin in Düsseldorf, Fraktion Die Linke, die langgehegte Hoffnung vieler Roma, in einem zentralen politischen Gremium entscheidende Mitsprache auszuüben. „Damit wäre sie nicht mehr in der Rolle politischer Bittsteller oder Gesprächspartner,“ betonte Lehmann. Diese Botschaft war das Ergebnis des zweiten Polit-Talks zur anstehenden Kommunalwahl in NRW, den Carmen e.V. am 13.6.2025 in seinem Projektbüro durchführte. Grundlage dieser Aussage ist, dass zu den ca. 250.000 wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürgern in Düsseldorf auch ca. 25.000 Roma gehören. „Ein Stadtratsmandat wäre ein großer Schritt vorwärts,“ bekräftigte Orfej Alievski, stellv. Vorsitzender des Vereins und forderte: „Lasst uns endlich einen Kandidaten oder eine Kandidatin aufstellen!“

Die Roma - Community in Düsseldorf – ein Gewicht auf der kommunalpolitischen Waage
Ihre Teilnahme an der Kommunalwahl in Düsseldorf diskutierten rund 200 Angehörige der Roma-Community im Rahmen eines festlichen Community-Abends am 21.6.2025 im Schützenhaus des St. Sebastianus Schützenvereins Düsseldorf Eller e. V. In seiner Videobotschaft rief Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller zur Beteiligung auf: „Auch Ihre Ideen und Perspektiven sollen in der Stadtpolitik sichtbar sein… Düsseldorf ist geprägt von der Vielfalt der Menschen aus unterschiedlichen Kulturen…, und dazu trägt die RomaCommunity entscheidend bei.“ Die anwesende Bürgermeisterin Klaudia Zepuntke verwies darauf, dass die ca. 40.000 in Düsseldorf lebenden Roma politisches Gewicht hätten. „Werfen Sie es in die kommunalpolitische Waagschale!“ forderte sie. Die stellvertretende Vorsitzende des Integrationsrates, Katharina Kabata unterstrich die Bedeutung des Integrationsrates und betonte: „Die Anliegen der rund 200.000 wahlberechtigten Einwohnerinnen und Einwohner aus Nicht-EU-Ländern, Eingebürgerten, Doppelstaatler und ukrainische Geflüchteten müssen Eingang finden in die Lokalpolitik.“ und appellierte ebenfalls für die Teilnahme an der Wahl. Orfej Alievski, der stellvertretende Vorsitzende von Carmen e.V., dankte für die aufmunternden Worte und rief aus: “Wir Roma müssen endlich aus unserem Schatten heraus in die lokalpolitische Öffentlichkeit treten und mitreden!“

Roma aus dem Kosovo in NRW - Votum für Demokratie
Als eine Folge des Kosovokrieges begann am 13. Juni 1999 die Verfolgung und Vertreibung von Roma aus dem Kosovo. Sie alle verloren Hab und Gut, Haus und Hof. Das Schicksal von vielen hundert Angehörigen ist bis heute ungeklärt. Rund 150.000 Roma waren betroffen. Seitdem lebt fast die gesamte kosovarische Roma-Community in der Diaspora. 10.000de von ihnen fanden Schutz und Aufnahme in Deutschland, ein großer Teil von NRW. Sie fassten Fuß in unserem Land und bauten sich ein neues Leben auf. Viele sind mittlerweile deutsche Staatsangehörige, insbesondere die in Deutschland geborenen Kinder, obwohl viele von ihnen nach wie vor unter dem Status der Duldung leben. „Wir haben in Deutschland Schutz und eine neue Zukunft gefunden. Deshalb wollen wir uns bei der Kommunal- und Integrationsratswahl im September politisch einbringen mit dem Ziel, die gegenseitige Akzeptanz und das demokratische Zusammenleben in den Kommunen zu unterstützen,“ erklärt David Berisa, selbst ein Roma aus dem Kosovo und Mitarbeiter von Carmen e.V., der seit 1999 mit seiner Familie in Greven lebt.

Votum für Demokratie
„Votiert für Demokratie und geht wählen bei der Kommunalwahl in NRW im September dieses Jahres!“- Diese zentrale Botschaft vermittelte der Internationale Kultur- und Sportverein der Roma Carmen e.V. im Rahmen des Sport- und Familienfestes der Düsseldorfer Muslime (KDDM) am 29. Mai 2025 in Düsseldorf Benrath, das mehrere Tausend Besucherinnen und Besucher verzeichnete. Der Verein war mit einem Stand vertreten, der mit seinen demokratischen Botschaften hervorstach. Mit zahlreichen Standgästen, darunter auch Kandidatinnen und Kandidaten für das Stadtparlament, diskutierten die Mitglieder des Vereins über Möglichkeiten und Notwendigkeiten, durch die Wahl der Stadträtinnen und -räte sowie weitergehende politische Teilhabe die Politik der Stadt Düsseldorf mitzubestimmen. Zentrales Thema war, wie sehr die öffentliche Diskussion um Begrenzung von Migration Familien mit internationalem Hintergrund beschäftigt und wie auf kommunaler Ebene der angespannten Stimmung begegnet werden kann. Carmen e.V. und den KDDM verbindet nicht nur, dass viele Roma Muslime sind, sondern auch, dass beide 2024 gemeinsam mit der Jüdischen Gemeinde mit dem Integrationspreis des Lions Clubs und der Stadt Düsseldorf ausgezeichnet wurden.

„Samudaripe – Roma erinnern“ – Geschichte ist präsent
Achtzig Jahre nach Ende des 2. Weltkrieges sind Erinnerungen von Roma an die Gräuel des Völkermords auch an ihrem Volk nach wie vor präsent. Das zeigte der Workshop, den Ramiza Berisa, Mitarbeiterin des Internationalen Kultur- und Sportvereins der Roma Carmen e.V., Düsseldorf, am 5. April 2025 in Greven durchführte. Fast 60 im Münsterland, Niedersachsen und Bremen ansässige Roma nahmen teil. Für ihre aus Polen, Rumänien, Bulgarien, Ex-Jugoslawien und der Türkei stammenden Familien sind die Geschichten über vertriebene, deportierte und ermordete Vorfahren immer noch ein Trauma. „Ja, das Deutschland der Nationalsozialisten hatte viel Schuld auf sich geladen,“ stellte Ramiza Berisa fest. „Aber die Bundesrepublik Deutschland gab uns als Gastarbeiter Arbeit, bot uns als Bürgerkriegsflüchtlinge Schutz, gewährt diesen auch ukrainischen Roma und sicherte die Freizügigkeit von Roma als EU–Bürger. Der Schutz der Menschenwürde ist hier kein leerer Begriff, auch wenn es noch an manchen Stellen hakt. Um diesen Schutz zu bewahren, können und müssen wir uns politisch einbringen in das Land, das unsere Heimat geworden ist,“ forderte Berisa. Anlass für den Workshop war die Präsentation der Ausstellung „Samudaripe – Roma erinnern“, die Carmen e.V. im Rahmen des gleichnamigen Projekts erarbeitet hatte. Sie beschreibt familiäre Erinnerungen an den Völkermord an Roma während des 2. Weltkrieges.

Bürgerrechtstag der Roma – Menschenrechte sind nicht verhandelbar
Mit über 100 Gästen feierte der Internationale Kultur- und Sportverein der Roma Carmen e.V., im Zentrum für Aktion, Kunst und Kommunikation in Düsseldorf am 8. April den Internationalen Bürgerrechtstag der Roma.
Thema war der Nachvollzug der Geschichte vom Schrecken des Völkermords auch an Roma, der vor 80 Jahren mit der Kapitulation des „3. Reiches“ endete, über die erste Internationale Konferenz der Roma 1971 in London bis zu den heutigen Chancen gesellschaftlicher und politischer Teilhabe.
Die zu diesem Anlass präsentierte Ausstellung "Samudaripe - Roma erinnern!" besprachen die Gäste mit großer Anteilnahme, zumal einige der teilnehmenden Roma persönliche Beziehungen zu den abgebildeten Überlebenden des Völkermords und deren Geschichten hatten. Sami Dzemailovski nannte den Bürgerrechtstag als wichtigsten Feiertag der Roma in aller Welt. „Damit unterstreichen wir jedes Jahr weltweit und öffentlich unseren An Anspruch auf die Geltung der Menschenrechte,“ betonte er.
Susanne Mbasha, stellvertretende Leiterin des Amtes für Migration und Integration überbrachte die Grüße des Oberbürgermeisters Dr. Stefan Keller und bekräftigte, dass das Leid der Roma und Sinti einen wichtigen Stellenwert in der Erinnerungskultur der Stadt habe. Sie würdigte die Arbeit des Vereins und rief dazu auf, weiterhin gemeinsam zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts beizutragen.
In einer Video-Botschaft unterstrich Helge Lindh, MdB, die Bedeutung der Arbeit von Carmen e.V., die die Erinnerung an den Völkermord an Roma in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt hat. Die Stadtverordneten Sigrid Lehmann, Hakim El Ghazali und Norbert Czerwinski bestätigten diesen Anspruch auch auf kommunaler Ebene. „Das gilt gerade auch angesichts des Erstarkens rechtsextremer Kräfte,“ ergänzte Lehman. El Ghazali fuhr fort:“ Deshalb ist politische Partizipation das Gebot dieser Zeit, auch bei der bevorstehenden Kommunalwahl in NRW.“ „Menschenrechte sind nicht verhandelbar. Wohin deren Missachtung führen kann, wissen wir alle,“ resümierte Czerwinski. „Das zu verhindern, ist unsere gemeinsame Aufgabe.“

Frühlingsfest der Roma in Bönen – Auftakt der Info-Kampagne zur Kommunalwahl
Die Roma-Community in Bönen, Kreis Unna, feiert am 3.5.2025 von 11:00 – 15:00 Uhr auf dem Marktplatz Altenbögge ihr traditionelles Frühlingsfest Herdelezi. Eingeladen sind die Bürgerschaft, Politik und Verwaltung der Gemeinde Bönen. Mit dieser öffentlichen Feier unterstreichen die aus Rumänien stammenden EU-Bürgerinnen und -Bürger, dass sie sich in Bönen trotz gelegentlicher Misstöne gut aufgenommen und zugehörig fühlt. Der Internationale Kulturverein der Roma Carmen e.V., Düsseldorf, unterstützt die Feier als Teil der erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde Bönen und der RomaCommunity. Die Feie ist zugleich der Auftakt für eine NRW-weite Kampagne von Carmen e.V., mit der wahlberechtigte allochthone Roma über politische Mitsprache informiert und dazu motiviert sowie zur Teilnahme an der Kommunalwahl im September mobilisiert werden. Allein in NRW leben rund 350.000 wahlberechtigte Roma, die als Gastarbeiter und Bürgerkriegsflüchtlinge aus Jugoslawien einreisten sowie deren Nachkommen und die sich als EUBürger in Nordrhein-Westfalen niedergelassen haben. „Wir wollen, dass Roma ihre politischen Potenziale nutzen, um das Leben in den Kommunen mitzugestalten,“ erklärt Sami Dzemailovski, der Vorsitzende von Carmen e.V.

Landesintegrationskongress NRW - Carmen e.V. auf dem Markt der Möglichkeiten vertreten
Großes Interesse und Anerkennung fanden Projekte des Internationalen Kultur- und Sportvereins der Roma Carmen e.V. auf dem Markt der Möglichkeiten im Rahmen des 10. Landesintegrationskongresses des Ministeriums für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration am 26.02.2025 in Solingen.
Mit der Projektinitiative "Berufsbildung für Mädchen und junge Frauen der Roma-Community" zeigt Carmen e.V. Wege auf, wie deren Arbeitsmarktintegration gefördert werden kann. Mit dem „Modell Bönen“ entwickelte der Verein nachhaltige Ansätze, um Distanzen zwischen der dort ansässigen Roma-Community zu überwinden und deren Motivation zu wecken, als Akteur des gesellschaftlichen Zusammenhalts zu wirken. Im ersten Jahr des neuen Projekts „Roma gestalten mit“ steht die Förderung der politischen Teilhabe zugewanderter Roma an der Kommunalwahl NRW im Mittelpunkt. Damit reiht sich Carmen e.V. ein in gesellschaftliche Kräfte, die unsere Demokratie stärken. Die Ministerin für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration Josefine Pauls lobte das Engagement von Carmen e.V. „für unsere Gesellschaft insgesamt, für die Roma-Community in Nordrhein - Westfalen, für die Demokratie. Denn klar muss sein, natürlich sind wir alle gemeinsam Nordrhein - Westfalen, und dazu gehört auch, einen Blick zu haben auf die Minderheiten und einen starken Minderheitenschutz.“ Jasar Dzemailovski, Vorstandmitglied von Carmen e.V., war sehr zufrieden mit der Resonanz auf die Arbeit des Vereins und stellte fest: „Das ist ein Ansporn, uns weiterhin für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft einzusetzen.“

Internationaler Frauentag in Greven – Romnja im Münsterland leben ihre Rechte
Fast 50 Romnja aus Greven, dem Kreis Steinfurt, Ahaus, Rheine und Münster feierten mit einem Workshop im Kultur- und Begegnungszentrum Greven am 8. März 2025 den Internationalen Frauentag. Organisatoren waren Ramiza und David Berisa, die lokalen Akteure des Internationalen Kultur- und Sportvereins der Roma Carmen e.V. mit Sitz in Düsseldorf. Zentrale Themen waren Gleichstellung, kulturelle Identität und soziale Integration. Ramiza Berisa, die vor über 30 Jahren als Flüchtling aus dem ehemaligen Jugoslawien eingereist war, verwies auf große Fortschritte in den letzten 12 Jahren. „Für die Mädchen und jungen Frauen unserer Community ist die Gleichstellung in der Bildung mit Schulabschlüssen sowie Berufsausbildungen oder akademischen Abschlüssen mittlerweile selbstverständlich,“ stellte Berisa fest. „Ebenso bieten die rechtlichen Rahmenbedingungen viele Raum, um unsere Kultur zu eben und in die Gesellschaft einzubringen.“ Zwar monierten einige Teilnehmerinnen, es gebe immer noch Vorurteile gegenüber Roma. Berisa stimmte zu, betonte aber, dass man sich trotzdem am sozialen Leben seiner Gemeinde beteiligen solle. „Wir müssen und wollen mit den Gemeinden kooperieren, wie z. b. in Greven mit dem HeimatVerein, und eigene soziale, kulturelle und nicht zuletzt politische Beiträge einbringen,“ fuhr sie fort. Genau das seien auch die Ziele des neuen Projekts „Roma gestalten mit“, das David Berisa vorstellte. „Gerade die politische Beteiligung ist bei der in diesem Jahr anstehenden Kommunalwahl besonders wichtig,“ betonte er und forderte: „Die bestehende demokratische Rechtsordnung bietet uns Roma und allen in Deutschland lebenden Menschen Schutz und Chancen, für die wir uns mit allen Demokraten gemeinsam einsetzen müssen.“

Carmen e.V. – Raum für Demokratie
„Das demokratische Deutschland bietet uns Perspektiven, die wir Roma in unserer Geschichte nie hatten!“ stellt Sami Dzemailovski, Vorsitzender des Internationalen Kultur- und Sportvereins der Roma Carmen e.V., Düsseldorf fest. „Deshalb sehen wir uns auch in der Verantwortung, durch unsere Teilhabe die Demokratie zu stärken.“ Im Rahmen des Projekts „Roma gestalten mit“ führt Carmen e.V. eine Reihe von Gesprächen mit Politikerinnen und Politikern zur Bundestagswahl durch und setzt auch danach fort. Ziel ist, für eigene Anliegen wie z.B. Überwindung von Diskriminierung politische Unterstützung zu sichern und für entsprechende Maßnahmen demokratische Mehrheiten zu organisieren.

Paradigmenwechsel – Roma als Mitstreiter für Demokratie
„Wir Roma wissen, was wir an der Demokratie in unserem Land haben. Deshalb reihen wir uns ein in die politischen und gesellschaftlichen Kräfte, die sie schützen und weiterentwickeln wollen.“ Das war die zentrale Botschaft der Ansprache von Sami Dzemailovski, Vorsitzender von Carmen e.V. anlässlich des Neujahrempfangs am 17.1.2025 im Projektbüro in Düsseldorf.
Zunächst jedoch dankte er den zahlreichen Gästen, darunter der Honorarkonsul von Nordmazedonien Holger-Michael Arndt und die Düsseldorfer Bezirksbürgermeisterin Annette Klinke dafür, Carmen e.V. mit ihrer Teilnahme zu beehren. Bezirksbürgermeisterin Annette Klinke, Honorarkonsul von Nordmazedonien Holger-Michael Arndt, Sami Dzemailovski „Unser neues Projekt Roma gestalten mit zeichnet einen Paradigmenwechsel unserer Arbeit,“ erläuterte er. „Wir sind Einwohner und Bürger dieses Landes.
Damit haben wir nicht nur das Recht, sondern die Pflicht, uns gesellschaftlich und politisch einzubringen.“ „Das gilt umso mehr, als unser Land, unsere Demokratie, die uns Schutz bietet, bedroht wird von radikalen, rechtsgerichteten Kräften, die das Gebot der Unverletzlichkeit der Menschenwürde verachten, die menschenfeindliche Ziele verfolgen.
Da wäre es eine schlimme Unterlassung, wenn wir uns nicht einbringen würden!“ rief er unter dem Beifall der Anwesenden aus. Klinke begrüßte die neue Zielsetzung. „Es ist besser selbst die Initiative zu ergreifen, als nur von anderen etwas einzufordern,“ betonte sie. Mit dem neuen Projekt kann Carmen e.V. erneut auf eine mehrjährige Förderung seiner Arbeit bauen. In 2025 steht vor allem die Mobilisierung der Roma-Community zur Teilnahme an den bevorstehenden Wahlen und die weitere Teilhabe an politischen Prozessen auch danach im Mittelpunkt der Arbeit.

Courage-Tag am Berufskolleg Neandertal - Individuelle Verantwortung für den Schutz der Menschwürde
Diskriminierung verletzt die Menschenwürde. Jeder Einzelne ist seinem Gegenüber verantwortlich für den Schutz seiner Menschenwürde, deren rechtlicher Garant das Grundgesetz als Fundament unserer Demokratie ist. Stützen wir sie, indem wir uns einbringen und damit demokratische Kräfte stärken, z. B. bei den anstehenden Wahlen zum Bundestag und den Kommunalparlamenten in NRW. Das waren Fazit und gemeinsame Botschaft der 25 Oberstufenschülerinnen und -Schüler, die einen Workshop des Internationalen Kultur- und Sportvereins der Roma Carmen e.V. am 16.1.2025 im Rahmen des Courage -Tages des Berufskollegs Neandertal in Mettmann gestalteten.
Am Beispiel der Geschichte der Roma und Sinti in Deutschland und Europa stellten Jasar Dzemailovski, Vorstandsmitglied von Carmen e.V. und Peter Rummel, Projektleiter, dar, wohin Diskriminierung, Ausgrenzung und Missachtung der Menschenwürde führte – zum europaweiten Völkermord während des „Dritten Reiches“. Die anschließende Diskussion zeigte zwar Wissenslücken auf. Aber das gemeinsame Merkmal „Mensch“ genügte den Teilnehmenden, um Verantwortung für den Schutz der Würde jedes Menschen zu übernehmen.
